Auf das Personal kommt es an!

Bildungsinvestitionen sind Personalinvestitionen

"Der heute vorgelegte Bildungsbericht macht einmal mehr deutlich, dass es bei der Verbesserung unseres Bildungssystems ganz maßgeblich auf die Beschäftigten in den Schulen, Kitas und Hochschulen ankommt, und zwar im doppelten Sinne", erklärte heute GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer in einer ersten Reaktion nach Veröffentlichung des Berichts „Bildung in Deutschland 2014“, der Be­standsaufnahme des deutschen Bildungswesens.

Schäfer begrüßte insbesondere die Empfehlung des Bildungsberichts, das pädagogische Fachpersonal besser für die inklusive Bildung zu qualifizieren. Schäfer forderte: ""Wir benötigen für den Inklusions­prozess mehr Ressourcen für eine Qualifizierung der Lehrkräfte und für zusätzliche Sonderpädagog*innen. Wichtig ist die Ausstattung mit multiprofessionellen Teams und kleinen Klassen."

Personalmangel und zu wenig Fortbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten für Lehrkräfte, Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen seien generell ein Hemmschuh für ein zukunftsorientiertes Bildungssystem und ein bedeutsamer Faktor, wenn es um die Qualität des Bildungsangebotes gehe, bemängelte die GEW-Landesvorsitzende: "Beim Jahrhundertprojekt Inklusion schlägt das natürlich besonders zu Buche!".

Zum zweiten sei ein weiterer Befund des Bildungsberichts, das zu hohe Durchschnittsalter der Beschäftigten in den Bildungseinrichtungen, sehr problematisch. Schäfer wörtlich: "Für den Generationswechsel in den Lehrerzimmern und für den wachsenden Personalbedarf in den Kitas benötigen wir junge gut ausgebildete Pädagog*innen."

Eine große Sorge bereitet nach Auffassung der GEW-Landesvorsitzenden der Anteil der Kinder in NRW, die in mindestens einer Risikolage - erwerbsloses, armutsgefährdetes oder bildungsfernes El­tern­haus - aufwachsen, im Ländervergleich besonders hoch ist und bei 35% liegt.

Anforderungen an die Inklusion
Für einen erfolgreichen Inklusionsprozess an den Schulen in NRW hat die GEW eine Reihe von Anforderungen definiert:

  • - Die einzelne Schule muss sich entwickeln können
  • - Schulentwicklung benötigt klare Rahmenvorgaben und gute Steuerung
  • - Schulentwicklung benötigt systematische und institutionelle Unterstützung
  • - Zusätzliche Stellen statt Stellenabbau
  • - Mitbestimmung verbessert den Prozess