„Bildung für Flüchtlinge – ein Menschenrecht“

Konferenz der Bildungsgewerkschaft in Dortmund

Die Zahl der Flüchtlinge nimmt weiter zu - auch in NRW. Eine gesellschaftliche und politische Herausforderung bislang unbekannten Ausmaßes. Die volle Verwirklichung des Menschenrechts auf Bildung für Flüchtlinge steht dabei für die GEW ganz oben auf der Agenda. Schulen, Kitas und Volkshochschulen brauchen - so die Forderung der Bildungsgewerkschaft - für Bildung, Sprachförderung und Integrationsarbeit zusätzliches Personal, das für diese Aufgaben noch besser qualifiziert werden muss.

"Wir erleben in diesen Tagen, wie unsere Schulen alles versuchen, um die Flüchtlingskinder zu integrieren und ihnen ein stabiles Lernumfeld zu bieten. Nach den traumatischen Erlebnissen brauchen sie Sicherheit und eine Perspektive", sagte Schäfer heute anlässlich einer Konferenz der Gewerkschaft in Dortmund. "Landesregierung und Kommunen sind gefordert und auch der Bund ist in der Pflicht, die Bedingungen in den Bildungseinrichtungen nachhaltig zu verbessern. Aber auch die Zivilgesellschaft steht vor der Herausforderung, eine Willkommenskultur in unserem Land lebenspraktisch zu gestalten." Schäfer lobte den Beschluss des Landtages, zusätzlich 300 Lehrkräfte für die Beschulung von Kindern und Jugendlichen in sog. Vorbereitungs- und Auffangklassen einzustellen. Da derzeit aber wöchentlich neue Klassen zu bilden seien, sei auch die Einstellung zusätzlicher Lehrkräfte erforderlich. Schäfer wörtlich: "Für diesen Kraftakt muss es sicherlich einen weiteren Nachtragshaushalt geben."

GEW-Aktiv zum Schuljahresauftakt


Zur traditionellen Schuljahresauftaktkonferenz wird GEW-Landeschefin Dorothea Schäfer fast 300 ehrenamtliche Funktionärinnen und Funktionäre aus dem gesamten Landesverband - in diesem Jahr im Dortmunder U - begrüßen. Ganz aktuell steht das Thema Bildungsrechte von Flüchtlingen und deren schulische Umsetzung im Vordergrund. Gastreferentinnen sind Birgit Naujoks vom Flüchtlingsrat NRW und die neue Schul- und Jugenddezernentin der Stadt Dortmund, Daniela Schneckenburger. Jutta Reiter, Vorsitzende des DGB Dortmund-Hellweg, wird ein Grußwort an die Teilnehmenden richten. Zu Beginn der Konferenz werden Auszüge aus den "Asyl-Monologen" der Bühne für Menschenrechte mit Keri Koivisto und Franziska Kemna (Gesang) dargeboten. In Workshops und Foren werden zentrale Felder der Bildungs- und Beschäftigungspolitik - von der Inklusion bis zur Dienstrechtsreform, von der Hochschul- bis zur Tarifarbeit - und die Möglichkeiten gewerkschaftlichen Engagements diskutiert.

"Mit der Tagung GEW-Aktiv haben wir ein interessantes Arbeits- und Diskussionsforum für gewerkschaftliches Engagement rund um den Arbeitsplatz Bildung geschaffen", sagte die GEW-Landesvorsitzende selbstbewusst. "Für die Durchsetzung der Interessen unserer fast 50.000 Mitglieder gibt es eine Menge zu tun!"