Erzieher*innen machen Druck für mehr Gehalt

Tarifrunde 2014: Streik in kommunalen Kitas

Nach der ersten ergebnislosen Verhandlungsrunde ruft die GEW ihre Mitglieder in den kommunalen Kindertageseinrichtungen für den morgigen Dienstag zum Warnstreik auf. Streikschwerpunkte sind Köln und Bonn.

„Jetzt ist Druck angesagt. Die Beschäftigten in den Einrichtungen zeigen mit ihren Aktionen was sie davon halten, dass die Arbeitgeber kein konkretes Verhandlungsangebot gemacht haben“, kündigte Dorothea Schäfer, Landesvorsitzende der GEW, Warnstreikaktionen der Gewerkschaft an. Auch an einzelnen Volkshochschulen werden Beschäftigte ihre Arbeit niederlegen.

In der diesjährigen Tarifrunde im öffentlichen Dienst fordern die Gewerkschaften einen Sockelbetrag von 100 EURO für alle Beschäftigten und einen Gehaltszuwachs von 3,5 Prozent. Die Fortsetzung der Verhandlungen ist für den 20./21. März vorgesehen.

„Unsere Gehaltsforderung ist mehr als berechtigt. Wer dem drastischen Fachkräftemangel in Kindertageseinrichtungen etwas entgegensetzen möchte, muss die Gehälter der Erzieher*innen endlich anheben. Nur so werden sich in den nächsten Jahren junge Frauen und Männer in ausreichender Zahl für diesen Beruf interessieren. Und nur so werden wir erreichen, dass alle Eltern für ihre Kinder einen Kita-Platz bekommen und die Zeit der langen Wartelisten ein Ende hat“, appellierte die GEW-Landesvorsitzende an die kommunalen Arbeitgeber. Auch in NRW steht die Tarifrunde ganz maßgeblich im Zeichen des Fachkräftemangels.

 Im Sozial- und Erziehungsdienst ist die Tarifrunde aber auch entscheidend für die Gehalts-entwicklung in den Kindertagesstätten und Jugendhilfeeinrichtungen der Kirchen und anderer freier Träger, die eine Gehaltssteigerung häufig übernehmen oder sich zumindest daran orientieren. Die fast 95.000 Beschäftigten in den Kindertageseinrichtungen arbeiten in über 9.300 Einrichtungen, davon sind rund 25% in kommunaler Trägerschaft. Gut jede dritte Einrichtung wird von Elterninitiativen (12,5%) und anderen freien Trägern (22,9%) geführt. Weitere fast 40% der Einrichtungen befinden sich in kirchlicher Trägerschaft.