Gesunde Schulleitung – gesunde Schule

Ausschuss für Schulleitung

Gesunde Schulleitung – gesunde Schule

Foto:Starfotograf/istockphoto.de

Damit sie in ihrer Rolle gesund bleiben können, müssen Schulleiter*innen einige Voraussetzungen erfüllen und über bestimmte persönliche wie fachliche Kompetenzen verfügen:

  • Sinnhaftigkeit und Bedeutsamkeit: Ich habe die Möglichkeit, zu gestalten und wirksam Einfluss zu nehmen.
  • Verstehbarkeit: Ich verstehe nicht nur übliche Abläufe, sondern auch die Dynamik, die Situationen von hoher Komplexität und Ungewissheit mit sich bringen.
  • Handhabbarkeit: Ich verfüge über Kompetenzen, Methoden und Ressourcen, um auch mit solchen Situationen zurechtzukommen.
  • Kohärenz: Ich erlebe mich in meinem beruflichen Handeln als stimmig und habe nicht das Gefühl, mich als Person verbiegen zu müssen. Ich ermögliche zugleich den Lehrer*innen, durch ein hohes Maß an Selbstorganisation und Kooperation ihre Arbeit kohärent und zur eigenen Person passend gestalten zu können.

Warum gesund bleiben so schwer ist

Doch oft fällt es Schulleiter*innen schwer, sich in diesem Sinne gesund zu erhalten. Dafür gibt es viele Gründe:

  • Sie verwenden zu viel Zeit für die Fülle dringlicher Erledigungen und haben schließlich zu wenig Zeit für das, was wichtig und wirksam ist.
  • Die Steuerung von Schule ist widersprüchlich: Sie deklariert die Eigenverantwortung der Schulen, ohne dafür ausreichende Gestaltungsspielräume zu bieten. Sie kann sogar schaden, wenn neue Aufträge nicht zu den aktuellen Vorhaben der Schule passen und wichtigere Aufgaben gefährdet werden.
  • Die finanziellen und personellen Mittel sowie die persönlichen Ressourcen an Motivation und Energie reichen für eine zufriedenstellende Bewältigung der Aufgaben nicht aus. Den Erwartungen von außen und den eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden zu können, kann zu einem permanenten Gefühl der Überforderung führen.

Was können wir selbst verändern?

Schulleiter*innen ist nicht geholfen, wenn sie die Rettung von anderen erwarten, denn damit machen sie sich zum Opfer – und das gefährdet die Gesundheit. Selbstbewusst einfordern, was die Schule braucht, um gut arbeiten zu können – sich autonom auf das konzentrieren, was die Schulleitung und das Kollegium selbst beeinflussen können. Das fördert die Gesundheit.

Die zentrale Frage, um die es auch in den Bezirkssitzungen des Ausschusses Schulleitung  der GEW NRW geht (s. Infokasten), ist deshalb: Wie können wir darauf Einfluss nehmen, uns selbst, unser Kollegium und unsere Schule gesund zu erhalten? Damit geht es zugleich um die drei wesentlichen Aufgabenbereiche des Ausschusses: Die Interessen als Schulleitung zu vertreten, die Leitungsverantwortung für die Schule wahrzunehmen und für einen kollegialen Austausch und wechselseitige Unterstützung zu sorgen.          

Adolf Bartz // In: nds 3-2014