GEW fordert 5,5 % mehr Gehalt und einen Tarifvertrag für angestellte Lehrkräfte

Auftakt zur Ländertarifrunde im öffentlichen Dienst

Die GEW geht mit zwei Zielen in die Tarifverhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL): Die Gehälter der Landesbeschäftigten sollen um 5, 5 Prozent, mindestens jedoch um 175 Euro monatlich erhöht werden. Außerdem muss der Einstieg in eine tarifliche Entgeltordnung für die ange-stellten Lehrkräfte gelingen, die auch mit materiellen Verbesserungen verbunden sein soll.

„Unser Ziel ist der Abschluss einer gerechten Entgeltordnung für die Lehrkräfte und eine Entgelterhöhung um 5,5 Prozent“, erklärte heute GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer in Essen. Verhandlungsauftakt ist am kommenden Montag (16. Februar 2015) in Berlin. Von den Tarifverhandlungen sind bundesweit rund 200.000 tarifbeschäftigte Lehrkräfte betroffen, davon alleine in NRW rund 40.000. Neben den angestellten Lehrkräften würden von einem guten Tarifabschluss auch viele Beschäftigte an Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie sozialpädagogische Fachkräfte profitieren, die im Landesdienst beschäftigt sind.

 

„Seit 2006 halten uns die Arbeitgeber der Länder hin und verweigern den angestellten Lehrkräften, der größten Beschäftigtengruppe im öffentlichen Dienst der Länder, einen Eingruppierungstarifvertrag. Wie in allen Bundesländern werden auch in NRW angestellte Lehrer*innen auf Grundlage einseitig diktierter Arbeitgeber-Richtlinien und -Erlasse vergütet“, kritisiert die GEW-Landesvorsitzende weiter. Diese Form der Bezahlung nach Gutsherrenart sei weder zeitgemäß noch demokratisch, zudem widersprüchlich und ungerecht.

Erstmalig habe es laut Schäfer schon vor der Tarifrunde seit September 2014 Verhandlungen von GEW und TdL über grundsätzliche strukturelle Fragen einer Entgeltordnung für Lehrkräfte („L-EGO“) gegeben. Auf dieser Grundlage werde in Berlin weiterverhandelt.

Die GEW geht von einer harten Tarifrunde aus. „Die öffentlichen Arbeitgeber*innen werden uns nichts schenken“, ist sich Schäfer sicher und erklärt selbstbewusst: „Wir sind aber gut vorbereitet und werden auch zum Mittel des Streiks greifen, wenn die Verhandlungen ins Stocken geraten.“ Ankündigungen der Landesregierung, im Personalhaushalt weitere Einsparungen vornehmen zu wollen, sind – so die GEW-Vorsitzende wörtlich – „nicht geeignet, die Stimmung in den Lehrerzimmern zu beruhigen.“