Leitlinien für das Personalmanagement bei Hauptschulschließungen

Chancen nutzen. Arbeitsbedingungen verbessern. Perspektiven schaffen.

Werden Hauptschulen geschlossen, brauchen sie ein Übergangsmanagement, das neue Perspektiven schafft und die konkreten Arbeitsplätze verbessert. Die Beschäftigten wollen wissen, wie ihre persönliche Zukunft aussieht, wenn ihre Schule demnächst schließt. Und sie erwarten eine deutliche Aufgabenreduzierung in den immer kleiner werdenden Systemen. Die GEW NRW hat Leitlinien für die den Übergangsprozess bei Schließungen von Hauptschulen erarbeitet und setzt auf das Engagement aktiver Personalräte und Lehrerräte.
Qualität in der Kita zahlt sich aus

Foto: Mr. Nico/photocase.de

    • Versetzungsverfahren ändern – Neuanfang schaffen
  • Die Hauptschullehrkräfte an auslaufenden und an Schulen, die von der Schließung bedroht sind, müssen vorrangig, wohnortnah und wunschgemäß versetzt werden. Je nach Wunsch erfolgt die Versetzung an andere Schulformen oder an noch existierende Hauptschulen.
  • Fachkräfte für Schulsozialarbeit erhalten grundsätzlich die Freigabe. Es muss sichergestellt werden, dass unabhängig von den starren Versetzungsterminen vor einer Neuausschreibung bzw. Neueinstellung die gewünschte Versetzung erfolgt.
    • Beförderungschancen verbessern – Laufbahnwechsel ermöglichen
  • Für Lehrkräfte an Hauptschulen muss der Zugang zu Beförderungsstellen an Schulen anderer Schulformen erweitert werden. Keine Schulform der Sekundarstufe I darf bei Ausschreibungen von Beförderungs-stellen Hauptschullehrkräfte von einer Bewerbung ausschließen.
  • Es müssen spezielle Verfahren des Laufbahnwechsels für Lehrkräfte an Hauptschulen mit einem Sekundarstufe II-Lehramt entwickelt werden.
  • Schulleitungen haben einen Anspruch auf funktionsähnlichen Einsatz.

Überflüssige Aufgaben abschaffen - Arbeitsbelastung senken

  • Da die schulischen Aufgaben an auslaufenden Hauptschulen von immer weniger Lehrkräften bewältigt werden müssen, ist eine Aufgabenreduzierung (zum Beispiel Qualitätsanalyse, Evaluationen zentraler Prüfungen etc.) für alle dringend erforderlich.
  • Die Verwaltungstätigkeiten müssen durch den Schulträger auch bei rückgängigen Schülerzahlen auf vorherigem Niveau sichergestellt werden.

Soziale Härten verhindern

  • Die Lehrkräfte an den Hauptschulen sind im Durchschnitt deutlich über 50 Jahre alt. Ihnen sollte bei Auflösung der Schulform die Möglichkeit einer Pensionierung ab 60 Jahren auf Antrag und ab 63 Jahren ohne Abschläge angeboten werden.
  • Daneben müssen individuelle Regelungen im Einzelfall zur Vermeidung sozialer Härten ermöglicht werden.

Mitbestimmung sichern

  • Personalräte und Lehrerräte sind frühzeitig in die Überlegungen zum Übergangsmanagement einzubeziehen.