Nachholbedarf in NRW – Investition in Kitas erforderlich!

Ländermonitoring Kita-Qualität

Die frühkindliche Bildung in NRW ist unterfinanziert. Die GEW sieht sich in ihrer Bewertung der frühkindlichen Bildung in NRW durch die heute vorgelegten Ergebnisse einer Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung bestätigt: Die Qualität ist beeinträchtigt durch einen schlechten Personalschlüssel aufgrund fehlender Fachkräfte.

Das "Ländermonitoring Kita-Qualität" der Bertelsmann-Stiftung belegt, dass bundesweit 120 000 Erzieher*innen benötigt werden, um eine Qualitätsoffensive für einen angemessenen Personalschlüssel durchzusetzen.

Die Qualität der frühkindlichen Bildung in NRW zeigt im Vergleich der Bundesländer erheblichen Nachholbedarf auf! Es fehlen rund 17 500 zusätzliche Fachkräfte. Die Personalschlüssel weichen somit weit von einem "kindgerechten und pädagogisch sinnvollen Betreuungsverhältnis ab" (Bertelsmann Ländermonitoring Kita-Qualität, NRW).

Für die Altersgruppe für Kinder ab drei Jahren, erreicht NRW das drittschlechteste Ergebnis im Westen. Auf eine/n Erzieher*in kommen in NRW 9,6 Kinder. Aufgrund von Teambesprechungen, Fortbildung und Urlaub erhöht sich diese Zahl realistisch auf durchschnittlich 13 Kinder pro Fachkraft. Darunter leidet die Qualität ungemein, denn die Zeit für das umfassende Aufgabenspektrum, das das Berufsbild mit sich bringt, fehlt den sozialpädagogischen Fachkräften, bei einem so niedrig bemessenen Personaleinsatz, an allen Ecken und Enden. Ein Ausbau des Personals in den Einrichtungen, würde das Land NRW 766 Mio. Euro zusätzlich kosten.

Bei der Betreuung der unter Dreijährigen erreicht NRW einen relativ guten Wert: Ein/e Erzieher*in ist für 3,6 Kinder zuständig. Das ist der bundesweit drittbeste Wert. Die GEW fordert ein Verhältnis von 1 zu 3 für Kinder unter drei Jahren und auch die Stiftung empfiehlt diesen Schlüssel. Für Kinder ab drei Jahren sollte das Verhältnis bei höchstens 1 zu 7,5 Kindern liegen.

Auch in der Forderung nach einem einheitlichen Bundes-Kita-Gesetz sieht sich die GEW bestätigt. Die Bildungsgewerkschaft setzt sich schon seit langem für ein Kita-Gesetz auf Bundesebene ein, denn nach dem quantitativen Ausbau von Krippen und Kitas, muss nun die Qualität der frühkindlichen Bildung in den Fokus gerückt werden. Gefordert sind verbindliche, fest vereinbarte Qualitätsstandards für alle Einrichtungen und Träger. Neben einem besseren Personalschlüssel, mehr Zeit für Vor- und Nachbereitungen und Fort- und Weiterbildungen, fordert die GEW die Freistellung der Einrichtungsleitungskräfte und verstärkte Fachberatungen. Es ist an der Zeit, dass endlich die Qualität der frühkindlichen Bildung in den Blick genommen und das Wohl der Kinder sowie die gestiegenen Arbeitsbelastungen der Fachkräfte berücksichtigt werden!

Die Stiftung beklagt ebenfalls das Fehlen eines Bundes-Kita-Gesetzes, das die Qualität in den Einrichtungen bundesweit garantieren soll. Denn erhebliche bundesweite Unterschiede in der Qualität der Einrichtungen, führen dazu, dass die Bildungschancen der Kinder von ihrem Wohnort abhängig sind. Diese Ergebnisse zeigt die Studie deutlich.