Schluss mit Lohndumping!

Aktionen der Lehrbeauftragten an den Hochschulen

Die GEW unterstützt den heutigen Aktionstag der Lehrbeauftragten und fordert ein Umdenken in der Personalpolitik an den Hochschulen. „Immer mehr Lehrbeauftragte sorgen dafür, dass der Lehrbetrieb an den Hochschulen überhaupt funktioniert. Für ihre wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe werden sie allzu oft nur einen Dumping-Lohn abgespeist. Damit muss endlich Schluss sein“, forderte GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer heute in Essen.

Die Zahl der Lehrbeauftragten hat sich bundesweit seit dem Jahr 2000 auf 94.000 verdoppelt. In NRW ist die Zahl der Lehrbeauftragten und wissenschaftlichen Hilfskräfte zum letzten Wintersemester auf über 21.000 gestiegen. Seit langem beklagt die GEW deren prekäre Beschäftigungsbedingungen.  Dazu Dorothea Schäfer: „Lehrbeauftragte können jederzeit ihren Job verlieren. Kein Tarifvertrag regelt ihre Vergütung, wenn sie krank sind, erhalten sie keine Lohnfortzahlung, der Arbeitgeber zahlt weder in die Renten- und Arbeitslosen-, noch in die Kranken- und Pflegeversicherung ein. Rechnet man Vor- und Nachbereitungszeiten der Lehrveranstaltungen ein, erhalten viele Lehrbeauftragte nicht einmal den gesetzlichen Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro. Das Mindestlohngesetz gilt für Lehrbeauftragte nicht.“

Die Situation der Lehrbeauftragten ist auch Gegenstand der Verhandlungen über einen „Rahmenkodex gute Beschäftigungsbedingungen für das Hochschulpersonal“ zwischen Hochschulleitungen, Personalvertretungen sowie der Gewerkschaften unter der Federführung des Wissenschaftsministeriums.

„Dort, wo Lehrbeauftragte dauerhaft Aufgaben in Lehre und Prüfungswesen wahrnehmen, müssen ihnen sozialversicherte und tarifvertraglich geregelte Arbeitsverhältnisse angeboten werden“, mahnte die GEW-Landesvorsitzende an. Wenn zur Ergänzung des Lehrangebotes weiterhin Lehraufträge vergeben werden, müssten außerdem Mindeststandards für Vergütung und Vertragslaufzeiten geschaffen werden. „Unterricht in den Standardsprachen darf es nur von hauptamtlichen Lehrkräften geben“, unterstrich Schäfer.

Gemeinsam mit der Deutschen Orchestervereinigung (DOV), der Bundeskonferenz der Sprachlehrbeauftragten (BKSL) und der Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen (BKLM) hat die GEW die „Berliner Resolution“ vorgelegt. In dem Papier werden die Landesregierungen aufgefordert, die Situation der Lehrbeauftragten deutlich zu verbessern. Bundesweit unterstreichen zahlreiche Aktionen die Forderungen der Lehrbeauftragten, in NRW unter anderem in Köln, Bielefeld und Siegen.