Händewaschen Fehlanzeige

Reaktion auf den Artikel "Waschbecken im Berufskolleg abmontiert"

Die Stadt Düsseldorf ist den Schulen eine gute hygienische Ausstattung schuldig.
Händewaschen Fehlanzeige

Foto: Carola68 Die Welt ist bunt...... auf Pixabay

Reaktion auf den NRZ-Artikel "Waschbecken im Berufskoleg abmontiert" vom 1.10.2020
(Wir beziehen uns auf den Printartikel, der Onlineartikel erschien unter leicht geändertem Titel.)

Der Stadtverband Düsseldorf der GEW verfolgt schon länger mit großer Sorge, wie die Stadt Düsseldorf die Schulen bei der Umsetzung der AHA-Regel des RKI, also Abstand – Hygiene – Alltagsmaske, teilweise sich selbst überlässt. Neben der mangelhaften Reinigung der Schultoiletten, dem Nicht-Auffüllen der Desinfektionsständer, ist es nun das Abmontieren von Waschbecken in Schulen.

Das betrifft nicht nur das Walter-Eucken-Berufskolleg, sondern auch andere Berufskollegs; in Neubauten werden Waschbecken in Klassenräumen von vornherein nicht mehr eingeplant.

Die seltene Nutzung der Waschbecken, von der im Artikel gesprochen wird, können die Kolleg*innen nicht bestätigen. Dass die Stadt gerade jetzt, zu Zeiten der steigenden Gefahr einer Corona-Ansteckung, wegen einer möglichen Verkeimung durch angeblich geringe Nutzung Waschbecken in Klassenräumen ab- oder gar nicht erst einbauen lässt, lässt kein Hygiene-Konzept erkennen.

Auch die Begründung, dass Whiteboard-Tafeln ohne Wasser gereinigt werden könnten, entspricht nicht den Tatsachen. Stattdessen wird gereinigt mit teuren Spezialreinigern oder Pumpsprüh-Flaschen, aufzufüllen an den nächsten, oftmals 2 Stockwerke entfernten Waschbecken. Diese befinden sich häufig in Vorräumen zu Lehrer*innen-Toiletten, Räume ohne Fenster, ohne ausreichende Lüftung und nur für eine Person ausgelegt. Das ist kein Ersatz für ein Dutzend fehlender Waschbecken in Klassenräumen, schon gar nicht, wenn teilweise in den Klassenräumen Kunstunterricht erteilt wird. Die Waschbecken müssen zumindest in erreichbarer Nähe im Klassen-Flur sein!
So werden die Arbeitsbedingungen der Lehrer*innen wie auch die der Schüler*innen unnötig verkompliziert und die Gesundheit aller Beteiligten wird aufs Spiel gesetzt.

„Die Corona-Pandemie hat die Hygienemängel an Schulen aufgezeigt und Versäumnisse deutlich gemacht“, kommentierte die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlis Tepe, die Ergebnisse einer von der GEW beauftragten repräsentativen Umfrage im Juli. 71,2 % der Befragten teilten bundesweit die Einschätzung, dass die hygienische Grundausstattung an Schulen vor der Corona-Pandemie durch die Politik vernachlässigt wurde, in NRW waren es sogar 82,6%. Der NRZ-Artikel bestätigt das nachdrücklich!

Dr. Sylvia Burkert, Gabriella Lorusso
Leitungsteam GEW Stadtverband Düsseldorf

NRZ druckt am 6.10.2020 unsere Kritik teilweise ab

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