Mindestbemessungsgrenzen bei Krankenkassenbeiträgen: Petitionen und Widerspruch

Petitionen für die Abschaffung der hohen Mindestbemessungsgrenzen bei Krankenkassenbeiträgen/Widersprüche gegen Beitragsbescheide

Alle gesetzlichen Krankenkassen ändern ihre Regeln für hauptberuflich Selbstständige ab dem 01.01.2018. Widerspruch einlegen?
Krankenkassenkarte in Portemonnaie auf Tastatur

Foto: pixabay

Die wichtigste Änderung insgesamt ist, dass anhand eines Steuerbescheides die Beiträge für das folgende Jahr nur vorläufig festgelegt sind, und zwar in Höhe von ca. 15,5 Prozent der Einkünfte, die im Steuerbescheid genannt sind. Nach dem nächsten Steuerbescheid kommt die Stunde der Wahrheit: Der Beitrag für das vergangene Jahr wird nach den tatsächlichen Einkünften nachberechnet, man bekommt also Geld zurück oder zahlt nach. Der Vorauszahlungsbescheid der Krankenkasse geht von erwarteten Einnahmen aus, spitz abgerechnet wird später. In Zukunft hat man also zwei Unbekannte in seinen Finanzüberlegungen: Zu den Steuern kommt auch noch die Krankenversicherung. Es empfiehlt sich daher dringend, eine gute Reserve beiseite zu legen.

Die Mindestbemessungsgrenze liegt 2018 bei 2283,75€ monatlich. Wer weniger verdient hat, ist ein Opfer der derzeitigen gesetzlichen Regelung, denn man muss bezahlen, als hätte man diese 2283 € verdient. Man bezahlt hiervon ca. 15.5 %, das sind 355,00€ als Beitrag, dazu kommt die Pflegeversicherung. Weniger zahlt man nur als Härtefall: Eine Beitragsermäßigung kann nur erhalten, wer z.B. alleinstehend und ohne jedes Vermögen ist. Die allerallerniedrigste Bemessungsgrenze liegt dann bei 1522,50€ und etwa 236,00€ Beitrag. Eine Beitragsermäßigung muss man bei der Krankenkasse selbst beantragen, auch die Information darüber gibt es nicht automatisch. Man sollte also die Homepage seiner Krankenkasse durchforsten.

Gegen die willkürliche und ungerechte Mindestbemessungsgrenze gibt es zwei Petitionen, die beide diese Grenze abschaffen wollen und die sich für eine prozentuale Beitragszahlung einsetzen. Eine Petition richtet sich an den Gesundheitsminister und die andere an den GKV-Spitzenverband.

Andreas Müller, Initiator der ersten Petition, ruft die von dieser ungerechten Regelung Betroffenen dazu auf, innerhalb eines Monats nach Erhalt des Bescheids über den Krankenkassenbeitrag für das laufende Jahr Widerspruch dagegen einzulegen. Diese Bescheide dürften jetzt im Januar bei den meisten von uns per Post eintrudeln. Er selbst hat vor, gegen seinen Bescheid zu klagen. (In der Petition unter „Neuigkeiten“ mit dem Titel „Wichtig für alle Betroffenen“.)

Weitere Informationen findet ihr auch bei kreidefresser.org.

Hedwig Schulte und Ruth Janßen, Initiative frei Lehrkräfte an der VHS Düsseldorf und Arbeitskreis für Honorarkräfte der GEW Düsseldorf