Solidaritätsadresse an die Streikenden der Uniklinik Düsseldorf

Streikende vor der Uniklinik Düsseldorf, Juni 2018

An die Streikenden der Uniklinik Düsseldorf,

der Stadtverband Düsseldorf der GEW solidarisiert sich mit eurem berechtigten Kampf um einen Entlastungstarif.
„Wie oft haben die Beschäftigten an Sie (die Direktoren der Uniklinik) und die politisch Verantwortlichen appelliert, endlich für eine ausreichende Stellenbesetzung Sorge zu tragen? Ihre Antwort war eine Veränderung der Arbeitszeit, die die Beschäftigten 12 freie Tage im Jahr kostet. Entlastung ist nirgends am UKD zu spüren – im Gegenteil“, schreibt Stephanie Peifer, Verdi-Vorsitzende, in ihrem offenen Brief.

Jeder von uns kann selbst oder als Angehöriger vom Pflegenotstand betroffen sein. Ohne den unermüdlichen Einsatz des Personals, das ständig am Limit arbeitet, wäre die Situation für viele Patient*innen noch schlechter. Ver.di hat zum Streik für einen Tarifvertrag „Entlastung“ aufgerufen, um durch die erforderliche Stellenbesetzung gerade auch den Gesundheitsschutz der Patientinnen und Patienten sicher zu stellen. Denn nicht ein Streik gefährdet die Patientinnen und Patienten, sondern die tägliche Überlastung als Normalzustand!

Wir kennen auch an unseren Schulen in Düsseldorf wie in ganz NRW Stress und Dauerbelastung als Normalzustand, weil Lehrer*innen und Erzieher*innen im ganzen Land fehlen. Das Bundesverfassungsgericht hat unlängst den verbeamteten Lehrer*innen das Streikrecht abgesprochen und damit ein Grundrecht verweigert.
Euer Streik zeigt uns, dass nur dadurch die politisch Verantwortlichen und die Arbeitgeber zum Einlenken gezwungen werden können.

Wir wünschen euch Ausdauer und Erfolg!

Dr. Sylvia Burkert und Klaus Kühnen
Leitungsteam der GEW Stadtverband Düsseldorf