Umgang mit der Dienstanweisung ADV an Grundschulen

Aktuelle Rückmeldung zum Umgang mit der Dienstanweisung für die automatisierte Verarbeitung von personenbezogenen Daten in der Schule

Die Düsseldorfer Fachgruppe Grundschule informiert, wie Kolleg*innen sich verhalten können, insbesondere im Hinblick auf die Zeugniserstellung.
Umgang mit der Dienstanweisung ADV an Grundschulen

Foto: pixabay

Das Ausfüllen und Unterschreiben der „Genehmigung für die Verarbeitung von personenbezogenen Daten aus der Schule durch Lehrkräfte zu dienstlichen Zwecken auf privaten ADV-Anlagen von Lehrkräften gemäß § 2 Absatz VO-DV I/§ 2 Absatz 4 VO-DV II“ ist die Grundvoraussetzung, um überhaupt personenbezogene Daten auf privaten ADV-Anlagen zu verarbeiten! Aber wie sieht die Praxis aus?


  • Man unterschreibt nicht - dieses gute Recht hat man!
    In diesem Fall kann man nur auf den Verwaltungsrechnern arbeiten, oder mit der Hand schreiben!
    (Dies gilt für alle personenbezogenen Daten, gerade aktuell für das Schreiben von Zeugnissen)

Es müssen genügend Verwaltungsrechner verfügbar sein!
Die müsste die Schulleitung anfordern!
Es muss ausreichend Zeit für jede/n Kollegin/en planbar sein!

Geht dies ohne Mehrarbeit!!?
Es muss entsprechend Zeugnispapier und Dokumententinte gestellt werden!

Hier ist die Schulverwaltung zuständig!


  • Man füllt die Genehmigung aus und unterschreibt - somit bescheinigt man, dass man die Anforderungen erfüllen kann!

Achtung! Auch die Lösung durch den Einsatz eines PC-Sticks ist keine Gewähr für die notwendige Datensicherheit! Auch über die Sticks können Viren übertragen werden...
(Von Seiten der Schulaufsicht erkundigt man sich gerade, ob es eine Lösung für gesicherte Sticks gibt.)


Aber... Die Zeit drängt! Jede/r ist eigentlich schon längst mitten in der Zeugnis-Schreibphase!

  • Das große Problem! Weder KollegInnen, noch SchulleiterInnen können eine Lösung finden!
  • Die Bedingungen für eine rechtlich richtige Umsetzung der Anforderungen muss der Dienstherr stellen!
  • Keiner will die Verantwortung übernehmen, keiner will eine Lösung kommunizieren!

Eine kurzfristige andere Regelung wird es weder von der Dienststelle noch politisch geben!
Daher müssen wir selbst das Heft des Handelns in die Hand nehmen! Was kann man tun?
Für den Fall, dass man bereits unterschrieben hat, schlägt die Fachgruppe Grundschule der GEW Düsseldorf folgende Möglichkeit vor: Man füllt alleine oder mit dem Kollegium die Bedenklichkeitsanzeige aus und schildert am besten zusätzlich die Umstände an der Schule, die diese aktuelle Situation herbeigeführt hat!
Über die Schulleitungen sollte diese Bedenklichkeitsanzeige mit den zusätzlichen Ausführungen an die Schulaufsicht gehen! (Im Downloadbereich unten ist der Vordruck zur Bedenklichkeitsanzeige zu finden.)

Direkt nach der Zeugnisphase kann man seine Unterschrift unter der Genehmigung schriftlich widerrufen. Gleichzeitig sollte man remonstrieren (wenn man Beamt*in ist) oder sich beschweren (wenn man Tarifbeschäftigte*r ist).

Jetzt muss Schulleitung reagieren! Wenn aus Schulleitungssicht keine Möglichkeit besteht, für Abhilfe des Mangels zu sorgen, muss diese Remonstration/Beschwerde an die Schulaufsicht weiterleiten!
(Im Downloadbereich ist ebenfalls der Vordruck zur Remonstration zu finden.)
Nicht vergessen, den schriftlichen Widerruf der Einverständniserklärung zum Datenschutz bei der Schulleitung abzugeben.

NUR WENN SICH VIELE KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN AM PROTEST GEGEN DIE UNZUMUTBAREN ZUSTÄNDE BETEILIGEN, WIRD SICH ETWAS ÄNDERN!

Für die Fachgruppe Grundschule
der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
Stadtverband Düsseldorf

Holger Thrien
Monika Maraun