Gewerkschafter*innen kämpfen in Düsseldorf für Anerkennung

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Foto: Andreas Hirsch, Objekt: Kuttner

Mitglieder der GEW Viersen, Krefeld, Mönchengladbach, Neuss und Düsseldorf beteiligen sich am Warnstreiktag in Düsseldorf am 18.11. Unter dem Motto „#DASGEWINNENWIR“ rief die Bildungsgewerkschaft ihre tarifbeschäftigten Mitglieder zu Warnstreiks auf. Es kann zu Unterrichtsausfällen kommen.

In der laufenden Auseinandersetzung mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) war die zweite Verhandlungsrunde ohne Ergebnis geblieben. Statt ein Angebot vorzulegen, wollten die Arbeitgeber Verschlechterungen bei der Eingruppierung durchsetzen. „Diese Blockade der Arbeitgeber ist ein Schlag ins Gesicht. Sie ist eine Kampfansage. Wir geben jeden Tag alles für die Bildungschancen junger Menschen – und das ist der Dank? So nicht!“, sagt Dr. Sylvia Burkert vom Leitungsteam der GEW Düsseldorf. „Die Kolleginnen und Kollegen wollen nicht mehr als ihnen zusteht: Anerkennung für ihre Arbeit, auch mit Blick auf die Pandemie. Aber statt Wertschätzung zu zeigen, mauern die Arbeitgeber.“

Die Stimmung unter den Gewerkschaftsmitgliedern ist kämpferisch. „Gemeinsam anzureisen, auf die Straße zu gehen – das gibt Rückenwind. Es zeigt uns: Für viele ist gute Bildung wirklich wichtig. Dafür braucht es gute Arbeitsbedingungen und dafür kämpfen wir“, sagt Burkert. „Die Machtspielchen der Arbeitgeber sind absolut fehl am Platz. Sie müssen jetzt ein echtes Angebot vorlegen, statt Warnstreiks zu provozieren.“ Die Gewerkschafterin ergänzt: „Wir müssen dafür sorgen, dass sich mehr junge Menschen für den öffentlichen Dienst entscheiden und auch dabeibleiben. Den Lehrkräftemangel merken wir doch jetzt schon überall. Wer die Schatulle zuhält, gefährdet die Zukunft des öffentlichen Dienstes. Darunter leiden dann alle Beteiligten.“

Die Gewerkschaften fordern 5 Prozent mehr Gehalt, mindestens 150 EUR und eine stufengleiche Höhergruppierung. „Es kann doch nicht sein, dass jemand bei einer höheren Eingruppierung seine Erfahrungsstufe verliert und sogar weniger verdient. Das ist doch Unfug! Ein Aufstieg auf dem Papier bringt mir nichts – er muss sich auch im Portemonnaie niederschlagen“, betont Sandro Monachello, Tarifexperte der GEW Düsseldorf. Darüber hinaus kämpft die GEW NRW auch um eine Anerkennung von Lebensleistung und Erfahrung durch eine faire Ausgestaltung der Erfahrungsstufe 6, ein Ende der Befristungsmisere an den Hochschulen und einen Tarifvertrag für studentische Beschäftige.

Hintergrund: Warnstreiks im Rahmen der Tarifauseinandersetzung rund um den TV-L finden landesweit regional verteilt und gestaffelt statt.

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Für Düsseldorf

Dr. Sylvia Burkert, Gabriella Lorusso
Leitungsteam GEW Düsseldorf