Vier Förderschulen ab Montag im Test-Stresstest

Schreibmaschine

Foto: Andreas Hirsch, Objekt: Kuttner

Die letzte Schulmail erreichte die Lehrerinnen und Lehrer an den Förderschulen am Montag, dem 3.5. um 17.44 Uhr – 6 Tage Zeit um Lolli-Tests einzuplanen; für vier Düsseldorfer Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung (GG) sowie Körperliche und motorische Entwicklung (KM) heißt es, ab Montag in den Präsenzunterricht zurückzukehren.

Die Kolleginnen und Kollegen an den Förderschulen befürchten, dass ein unverhältnismäßig hoher Aufwand auf sie zukommt auf Kosten des Infektionsschutzes aller Beschäftigten, der Schüler*innen und deren Familien. Die Schulleitungen sollen von 6 bis 22 Uhr im Einsatz sein, immer erreichbar über ihre private Handynummer für den Fall, dass positive Pool-Testungen aufgetreten sind. Viele der Kinder der besonders vulnerablen Schülerschaft an den Förderschulen sind nicht in der Lage, die Lolli-Tests sicher durchzuführen bzw. brechen sie vorzeitig ab – eine sichere, valide Testung ohne professionelle Durchführung ist an den Förderschulen ein Unding.

Es sollte dem Ministerium bekannt sein, dass

  •  an GG- und KM- Schulen viele Schüler*innen mit Vorerkrankungen sind
  • viele der Schüler*innen Abstände nicht einhalten und keine Masken tragen können, weil sie nicht wollen/nicht verstehen warum/sich weigern
  • im Schülerspezialverkehr die Schüler*innen - aus unterschiedlichen Lerngruppen - eng beieinander sitzen; auch hier werden die Masken nicht/nur zeitweise getragen
  • Klassenräume für alle Schüler*innen mit pädagogischem Personal zu klein sind – bis zu 20 Personen in einem Raum – demzufolge nicht genügend Abstand eingehalten werden kann
  • Kolleg*innen immer noch nicht den vollen Impfschutz, nur eine Erstimpfung haben.

Selbst bei einem Inzidenzwert von über 165 bleiben diese Schulen geöffnet!

Wir knüpfen Schulöffnungen an die Bedingungen, dass

  • die Inzidenz bei vollem Präsenzunterricht unter 100 liegen muss
  • dass eine solide Pool-Testung mit kindgerechtem und alltagstauglichem Testmaterial nur von geschulten und entsprechend geschützten Kräften wirksam durchgeführt werden kann.

Das FDP - geführte Schulministerium und die CDU/FDP -Landesregierung machen aus ihrer Teststrategie eine politische Agenda für den Wahlkampf: „Wir können Schule in der Pandemie mit Testen und Impfen und Öffnung auch bei hohen Inzidenzen.“
Die Kolleg*innen bezahlen das Versagen der Schulpolitik mit ihrer Gesundheit, die Schüler*innen der besonders vulnerablen Gruppe mit besonderem Förderbedarf werden besonders benachteiligt!

Dr. Sylvia Burkert, Gabriella Lorusso
Leitungsteam GEW Düsseldorf