Respektables Ergebnis in schwierigen Zeiten

GEW zur Tarifeinigung im öffentlichen Dienst

Respektables Ergebnis in schwierigen Zeiten

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Potsdam, 25. Oktober 2020 – In der dritten Verhandlungsrunde zum TVöD haben sich die öD-Gewerkschaften und die Arbeitgeber von Bund und VKA auf ein Tarifergebnis geeinigt. Noch im Jahr 2020 erhalten die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes eine steuer- und abgabenfreie Corona-Prämie in der Höhe von 300 bis 600 Euro. Ab 1. April 2021 steigen die Gehälter um 1,4 Prozent, mindestens aber 50 Euro. Ab 1. April 2022 werden die Tabellenwerte um weitere 1,8 Prozent erhöht. Die Entgelttabellen sind frühestens kündbar zum 31. Dezember 2022, dann steht die nächste Tarifrunde an.

Die Arbeitszeit der kommunalen Beschäftigten im Tarifgebiet Ost wird in zwei Schritten von 40 Stunden auf das Westniveau von 39 Stunden abgesenkt. Um eine halbe Stunde ab 1. Januar 2022, um eine weitere halbe Stunde zum 1. Januar 2023. „Es ist besonders wichtig, dass endlich die Ost-West-Angleichung der Arbeitszeit geregelt ist. Das ist nach 30 Jahren Deutscher Einheit ein längst überfälliger Schritt. Deshalb hätten wir uns eine frühere Angleichung gewünscht”, kommentierte GEW-Tarifchef Daniel Merbitz.

Das Gesamtergebnis bewertete Merbitz „als respektabel unter den derzeitigen Rahmenbedingungen.” Es sei Ausdruck schwieriger Verhandlungen und der vorangegangenen Warnstreiks: „Die Kolleginnen und Kollegen haben erst unter Corona Außergewöhnliches geleistet und dann durch beeindruckende Aktionen und Warnstreiks ein Tarifergebnis erkämpft. Denn die Arbeitgeberseite war mit der Forderung nach einer Nullrunde gestartet." Positiv sei, dass die Laufzeit des Tarifabschlusses mit dem Jahr 2022 endet. Die Arbeitgeber hatten zuvor eine Laufzeit von vier Jahren gefordert.

Für die Beschäftigten in den Entgeltgruppen 1 bis 8 (entspr. S 2 bis S 9) wird die Jahressonderzahlung ab 2022 wieder um fünf Prozentpunkte erhöht (Ost in zwei Schritten 2022 und 2023). Auch die Verlängerung der Regelungen zur Altersteilzeit und zur Übernahme der Auszubildenden sind Teil des Gesamtpakets. Der Angriff auf den Arbeitsvorgang als zentrale Säule des Eingruppierungsrechts im öffentlichen Dienst konnte abgewehrt werden.

Die Tarifkommission Bund und Kommunen und der Koordinierungsvorstand der GEW haben dem Tarifergebnis heute mit großer Mehrheit zugestimmt.

Quelle: GEW Tariftelegramm TVöD, 25.10.2020

 

Bei der Tarifrunde 2020 für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen (TVöD) geht es um weit über zwei Millionen Beschäftigte. Die GEW vertritt dabei Erzieherinnen und Erzieher, Sozialpädagoginnen und -pädagogen, Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter sowie weitere Pädagoginnen und Pädagogen, die im Sozial- und Erziehungsdienst oder in anderen Bereichen von Bund und Kommunen arbeiten.