Ein unfassbarer Vorgang: Die Dozent*innen sollen den Ast, auf dem sie sitzen, in Eigenregie absägen. Die VHS-Leitung delegiert den Kahlschlag im städtischen Haushalt nach unten und lässt die Honorarkräfte die eigene Existenz demontieren: „Gern können Sie von sich aus mir schreiben, WELCHEN EINEN KURS Sie aufgeben möchten.“ Und dann die Drohung:
„Wenn Sie mir keinen eigenen Einspar-VORSCHLAG bis Montagabend senden, werde ich selbst einen Kurs streichen und Sie entsprechend informieren.“
So steht es schwarz auf weiß in einer Information der Verwaltung der VHS Düsseldorf in ihrem Schreiben an Dozent*innen (der Brief liegt uns vor) für das neue Kurshalbjahr.
„Sparen gelingt nicht mehr, ohne dass der Bürger es merkt,“ weiß die Stadtkämmerin Dorothée Schneider laut RP vom 22.05.2026 zu vermelden und nicht nur der – auch die Bürgerin bekommt es nun zu spüren, denn mehr als zwei Drittel der Beschäftigten in der Bildung sind Frauen. Das gilt auch für die Volkshochschule. Dort wurden vor wenigen Tagen die Dozent*innen in einem rüden Ton aufgefordert, zu ihren Kursen doch bitte Einsparvorschläge zu unterbreiten, sich als Freiberufler*innen also selbst die Verdienstmöglichkeiten zu nehmen. Sollte dies bis zu einem bestimmten (und inzwischen verstrichenen) Zeitpunkt nicht geschehen, würden die Kurse von der VHS selbst gekürzt – anteilig um ca. 10 Prozent der Unterrichtsstunden oder auch gleich um ganze Kurse.
Wie hoch dabei das tatsächliche Einsparpotenzial durch solcherlei Kürzungen ist, bleibt das Geheimnis der VHS. Wir vermuten: Peanuts! Es dürfte sich um einen geringen Betrag handeln, denn andere Kosten, wie die der VHS-Verwaltung, laufen weiter. Auch wenn in den schönen neuen Räumen an der Yorckstraße, die gerade erst bezogen wurden, in Zukunft die Hälfte der Räume leer stehen werden.
Wer denkt da nicht daran, was für die Planung des Opernneubaus, der nun auch gecancelt wurde, bereits an Geld geflossen ist: Der genaue Betrag ist unbekannt, aber einige Milliönchen waren es mit Sicherheit. Die müssen nun natürlich auch mit eingespart werden – auf Kosten der Bürgerinnen und Bürger.
Die GEW Düsseldorf stellt sich klar auf die Seite der Dozentinnen und Dozenten und fordert die schwarz-grüne Stadtregierung und die Leitung der VHS auf:
Schluss mit den radikalen Kürzungen - nach der jüngsten Information ein Großteil des gesamten Programms der VHS – und der Abwicklung jeglicher Mitbestimmung der Betroffenen! Oder soll das etwa Mitbestimmung sein, wenn die Dozent*innen nach Gutsherrenart aufgefordert werden, das Streichkonzert selbst zu orchestrieren? Das ist eine Verhöhnung!
Und sie lässt ahnen, was in anderen Institutionen und Ämtern der Stadt derzeit vorgeht. Nicht nur die Dozent*ìnnen dürften um ihren Lebensunterhalt gebracht werden!
Dr. Sylvia Burkert
für das Leitungsteam
Ruth Janßen
Arbeitskreis Honorarkräfte

